Gaisberg.geschichte

Es war einmal ...

Die Geschichte des Gaisbergs

Bereits um ca. 700 n.Chr. wurde der Berg als „Keizperch“ und „Gaisloberch“ urkundlich erwähnt. Der Name Gaisberg dürfte vom indogermanischen Wortstamm ghaido-s (Ziege) abgeleitet sein. Der Gaisberg war wichtiges Weideland. Die Klöster St. Peter und Nonnberg besaßen Weiden für ihre Geißen auf dem Berg, der damals weit weniger Waldbestand hatte.

 

Wandern am Gaisberg

Galt die Gersbergalm schon zu  Mozarts Zeiten als beliebtes Ausflugsziel, so wurden erste, breite touristische Ansätze ab der zweiten Hälfte des 19. Jhd. stärker fassbar. 1874 wurde ein Weg von der Gersbergalm zur Gaisbergspitze eröffnet. Viele weitere Wanderwege auf den Gaisberg folgten. Das 1887 erbaute Hotel "Gaisbergspitze" auf dem Gaisberg-Plateau, unweit des heutigen Absprungplatzes oberhalb der Stadt Salzburg, brannte 1939 ab. 1888 erhielt der Gaisberg sein Gipfelkreuz. Mit der Errichtung des Gaisbergrundwanderweges wurde ein familienfreundlicher Wanderweg für Jung und Alt geschaffen. 

 

Unser Lesetipp: "Gersbergwege", Natur- und Wanderführer rund um die Gersbergalm *

 

Sesselträger, Dampflok und Gaisbergbus

Wer nicht gut zu Fuß war, konnte sich von Sesselträger, die in der Stadt Salzburg beim Glockenspiel ihren Standplatz hatten, bequem hinauf tragen lassen. Diese Ära endete mit der Inbetriebnahme der Gaisbergbahn 1887. Die Gaisbergbahn war als Zahnradbahn ausgeführt und wurde vom Bahnhof Parsch aus auf die Gaisbergspitze geführt. Als Betreibergesellschaft fungierte die Gaisbergbahn AG. Diese hatte auch das Hotel auf der Gaisbergspitze erbauen lassen. Die Bahn beförderte unzählige Gaisbergbesucher. Darunter waren u.a. der steirische Heimatdichter Peter Rosegger, die Kaiserin  Elisabeth "Sissy" von Österreich, der Schah von Persien, Nasr ed Din und viele mehr. Die Zeit der Bahn endete 1928 mit dem Bau der Gaisbergstraße, bei deren Errichtung die Bahn noch tatkräftig mithalf. Die Lok Nr. 1 ist mitsamt Waggon Nr.6 derzeit als Leihgabe des Technischen Museums Wien im Freilichtmuseum Großgmain zu bewundern. 

 

Die 8,652 km lange Gaisbergstraße wurde am 16. Mai 1929 als erste Straße in Österreich eröffnet, die ausschließlich touristischen Zwecken diente. Der Plan des damaligen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl war es, zusammen mit dem Bau der Großglockner Hochalpenstraße und der Einführung der Salzburger Festspielen attraktive touristische Angebote für Salzburg zu schaffen. Als Hintergrund ist die veränderte wirtschaftliche und politische Situation nach dem I. Weltkrieg zu sehen. Schon ab 1929 fuhr ein (Cabrio-)Bus der Firma Albus (heute Albus Salzburg Verkehrsbetrieb GmbH) auf den Gaisberg. Der heutige Gaisbergbus der Albus (Linie 151) verkehrt seit einer Taktverdichtung 2016, ganzjährig im

eineinhalb Stundenintervall zwischen Mirabellplatz und Gaisbergspitze. Von

den Gaisbergwirten angeregt, verkehren von Mai bis September jeweils freitags

und samstags zusätzliche Abendfahrten. Seit 2016 gilt diese Taktverdichtung offiziell im Linienverkehr.

  

Geheime Kommandosache Gaisberg

Am Morgen des 12. März 1933 wurden Truppen des Österreichischen Bundesheeres aus den Kasernen für einige Tage auf den Gaisberg befohlen um nicht in Gefechte mit paramilitärischen Gruppen zu geraten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auf der Gaisbergspitze eine militärische Forschungsstation installiert. Vom Militärlager steht heute noch die Küchenbaracke, bekannt als "Skihütte" (heute: "Wirtschaft am Spitz"). Das Buch "Geheime Kommandosache Gaisberg" beschreibt diese historische Episode auf der Gaisbergspitze sehr spannend und informativ.

 

Unser Lesetipp: "Geheime Kommandosache Gaisberg"", Militärhistorische Dokumentation des Zeitraumes 1939-1945**

 

Sendemast Gaisberg

Der Sender Gaisberg besitzt aufgrund der exponierten Nordlage das größte Sendergebiet von Österreich. Der weithin sichtbare und zum Markenzeichen des Gaisberg gewordene 100 Meter hohe Sendeturm wurde am 22. August 1956 in Betrieb genommen. Der Gaisberg mit seinem Sendeturm bilden zusammen eine Landmarke, die sowohl von Bayern als auch von Oberösterreich aus kommend, den Reisenden den Weg nach Salzburg weisen.

 

Seit 1998 befindet sich ein weltweit einzigartiges Blitzforschungsprojekt auf der Gaisbergspitze.

  

Sport am Berg

Für Sportler war der Gaisberg schon frühzeitig attraktiv: so fand bereits 1945 ein Skirennen vom Gaisberg-Plaetau zur Mitteregg statt. 1953 folgte ein Skispringen u.a. mit Bubi Bradl. - Reste der Sprungschanze und der TV Anlagen sind bei der Gersbergalm erhalten geblieben. - Skilifte (Mitteregg/Zistel) und ein Sessellift sind längst wieder abmontiert. Überlegungen und (neue) Projekte diese wieder zu beleben, verliefen alle im Sand. Winterwanderungen ob zu Fuß, mit Schneeschuhen oder Tourenski sind seit Jahren sehr beliebt, hängen aber von der Witterungslage ab. 

 

Unter den Radfahrern ist der Gaisberg über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt. Besonders die letzte Etappe ab der Zistelalm hat es in sich. Das Gaisberg-Radrennen ist ein Rad-Bergrennen, das traditionell jedes Jahr auf der neun Kilometer langen Gaisbergstraße von Guggenthal zur Gaisbergspitze ausgetragen wird. 

 

Der Flugsport hielt am Gaisberg ab den 20er Jahren Einzug. Hans Wolf führte am 2. November 1930 den ersten Salzburger Zielflug vom Gaisberg-Plateau zum Flugfeld Maxglan mit einer selbstgebauten "Zögling" durch. Die heutigen "Erben" sind die Paragleiter und Drachenflieger, die ein sehr beliebtes Fotomotiv darstellen. 

 

Der Gaisberg als Fotomotiv

Die markante Silhouette vom Nockstein und dem Gaisberg war schon bei Malern sehr beliebt. Als Gaisbergfotopionier gilt auf jeden Fall Friedrich Pflauder. Der Salzburger Fotograf (Fotostudio in der Kaigasse) betrieb ab 1892 auf dem Gaisberg (Villa Pflauder/heutiges Familienwirtshaus "Kohlmayr's Gaisbergspitz") neben seinem Atelier, das aus Brandschutzgründen etwas abseits von der Villa stand, zugleich eine k. u. k. Postablage und  handelte mit Galanteriewaren (Mode-, Putz- und Kurzwaren). 1918 erwarb der Fotograf Ernst Koschier das Haus samt dem Atelier. Darüber hinaus besaß Ernst Koschier Teile des Glasplattenarchivs des Naturfotografen Karl Friedrich Würthle. Diese kulturhistorisch wertvolle Glasplattennegativ-Sammlung wurden 1998 von seiner Tochter Edith Kraus dem Salzburger Stadtarchiv verkauft.

 

An diese Tradition knüpfen heute unzählige Profi- und Amateurfotografen an. Der Gaisberg, sein Umfeld und der einzigartige Panoramaausblick sind ein hervorragendes Fotomotiv. 

 

Quellen:
Salzburg Wikipedia: Der Gaisberg, Die Gaisbergstraße, Der Sender Gaisberg, Das Gaisberg Radrennen, Friedrich Pflauder, Die Gaisbergbahn

Salzburg Info: Wanderwege 

Literatur:
* "Gersbergwege", Hrsg. Gersbergalm, Verkauf: Romantikhotel "Die Gersberg Alm". 
** "Geheime Kommandosache Gaisberg, Hrsg. Maria Pervesler, Medieninhaber Heiz Rauchecker, Verkauf: GH "Wirtschaft am Spitz"
Anmerkung: Die Gaisberg.Aktiv Seite lebt von Ihrer Teilnahme. Wenn Sie Tipps und Anregungen haben, senden Sie uns ein EMail an info@gaisbergaktiv.at

 


Nockstein



Location

Gaisberg - Top of Salzburg City

Gaisbergstraße

5026 Salzburg



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